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Pfarrkirche Hl. Stefanus


Die Pfarre Sattledt hat sich aus dem Schulsprengel Harhagen (später Sattledt) aus Teilen aus 6 Pfarren (Kremsmünster, Ried, Sipbachzell, Steinhaus, Steinerkirchen und Eberstalzell) entwickelt.

Der spätere Schulleiter Franz Stein, der sich wesentliche Verdienste um das hiesige Gemeinwesen gemacht hat, war auch kirchlich engagiert: er bezeichnete sich selbst als „geistigen Vater“ des Sattledter Kirchenbauvereines. Sein großes Ziel war der Bau einer Kirche zunächst für die Schulkinder.

Die Idee zum Kirchenbau äußerte Franz Stein erstmals bei einer Ortsschulratssitzung am 2.11.1894, wo dann auch die Gründung eines Kirchenbauvereines beschlossen wurde. Es wurde diesbezüglich auch beim Abt von Kremsmünster vorgesprochen, jedoch stellten sich verschiedene Hindernisse in den Weg. Am 7.9.1909 beschloss der Sattledter Ortsschulrat auf Antrag von Oberlehrer Franz Stein die Gründung eines Kirchenbauvereines. Diesmal mit Erfolg.

Im Jänner 1914 wurde beschlossen, noch im Herbst mit dem Kirchenbau zu beginnen. Da aber begann der 1. Weltkrieg und das gesammelte Geld ging fast zur Gänze verloren. Im Jahre 1923 wurden die Verhandlungen mit Architekt Gangl wieder aufgenommen. Der Grundstein zum Bau wurde am 26.9.1926 gelegt. Den größten Anteil am Zustandekommen des Bauwerkes hatte die Bevölkerung.

Es war ein großes Fest, als am 3.5.1931 die feierliche Kirchweihe durch Abt Ignatius Schachermair vorgenommen werden konnte. Die Kirche ist nach den Plänen von Architekt Gangl im neubarocken Stil erbaut; dominierend steht der Tabernakel von Marian Rittinger (1701) mit seinen berühmten 4-Evangelisten-Figuren an der Front des Altarraumes.
Die ansonsten eher schmucklose Kirche – sie wurde nie ganz fertiggestellt – erhielt 1893 durch eine Orgel der Firma Rainisch Pirchner ein musikalisches und optisches Glanzstück dazu. Die Glockenweihe erfolgte am 3.9.1939 (Beginn des 2. Weltkrieges). Doch die Glocken blieben nicht lange hier: am 7.11.1941 traf der Befehl zur Abnahme für Kriegszwecke ein. Bis auf die kleinste mussten alle abmontiert und weggeschickt werden. Es kehrte nur mehr die große Glocke zurück. (10.9.1948)

Bis 1941 war die Kirche eine Filialkirche von Kremsmünster, Kirche und Schule wurden von dort durch einen Kaplan betreut. Die Aufhebung des Stiftes durch Hitler hatte für Sattledt eine erfreuliche Nebenwirkung: der Kaplan und spätere (1.) Pfarrer Pater Engelbert Neuwirt wohnte seither in Sattledt und zwar im Kirchturm, bis 1949/50 der Pfarrhof erbaut und endgültig Sattledt als Pfarre errichtet wurde. Fünf Jahre später wurde zwischen Pfarrhof und Kirche der erste Kindergarten mit Pfarrsaal im 1. Stock erbaut.
Am 17.10.1980 war die Eröffnung und Segnung des neuen, von der Gemeinde erbauten und von der Pfarrcaritas geführten Kindergartens und einen Tag später erfolgte die Glockenweihe durch Abt Albert Bruckmayr (mit den beiden Glocken wurde das im 2. Weltkrieg dezimierte Geläute ergänzt).

Am 1.7.1987 war Baubeginn für den Um- und Ausbau des Pfarrheimes und des Pfarrsaales zu einem attraktiven Pfarrzentrum. Am 11.6.1988 konnte Abt Oddo Bergmair die Segnung des Projektes vornehmen. Auch für das Pfarrzentrum erbrachte die Bevölkerung wieder eine beispielhafte Leistung.

Im Jahr 2001 wurde die mittlerweile schon dringend notwendige Generalsanierung des Kirchengebäudes abgeschlossen. Dank der großartigen Unterstützung vieler freiwilliger Helfer erstrahlt die Pfarrkirche nun in neuem Glanz.
Pater Engelbertstraße 1
4642 Sattledt

Fotos: Rosenbüchler
http://www.pfarre-sattledt.at