Marienwarte

Über Serpentinen ist der Aussichtsturm Marienwarte auf dem Reinberg aus dem späten 19. Jahrhundert erreichbar. Von der Aussichtsplattform des 23 Meter hohen Turmes bietet sich eine Sicht auf den Ort und auf die Stadt Wels sowie in die Alpen und ins Mühlviertel.

Die Aussichtswarte wurde 1892 nach Plänen von B. Kunz in unverputzter Ziegelbauweise errichtet. Die Warte besteht aus einem fünfgeschoßigen Rundturm in historisierendem Stil einer romantischen Parkburg und einem Eingangsbau, der als eingeschoßiger Pavillon gestaltet wurde.

Der Reinberg wurde bereits von den Römern als Beobachtungsstation genutzt. 370 n. Chr. wurde hier von Kaiser Valentinianus zum Schutz von Ovilava (= Wels) ein Kastell errichtet, mit dem die wichtige Traunbrücke geschützt werden sollte. Auch im frühen Mittelalter soll sich hier eine Wehranlage (deshalb der Flurname Purgkhstall = Burgstall) befunden haben.

Die Marienwarte wurde auf Initiative des Verschönerungsvereins für Wels und Umgebung erbaut. Zuerst wurden durch diesen Verein Wege auf den Reinberg angelegt (1873) und der Reinberg, der zuvor Wiesen- und Weideland war, mit Bäumen bepflanzt (1881). 1891 wurde von Josef Ploberger der Platz für den Turmbau gratis zur Verfügung gestellt. Der Bauentwurf stammt vom Obmann des Verschönerungsvereins, Dr. Schauer. Die Ausführung wurde dem Baumeister Kunz übertragen.

Der 22,8 m hohe Turm wurde auf eine 1 m dicke Betonplatte gestellt. Nach Errichtung einer Materialseilbahn und einer Wasserleitung konnte der Turm zügig fertigstellt werden. Aus Dank an den Grundstücksspender wurde der Aussichtsturm nach dem Namen der Gattin des Spenders benannt. Am 7. Juli 1892 konnte die Marienwarte eröffnet werden. Offensichtlich bildete diese eine Attraktion, denn unter den Besuchern befand sich auch Kaiserin Elisabeth am 21. September 1892 und kurz darauf auch Kaiser Franz Josef am 2. Dezember 1892. Im Ersten Weltkrieg wurde auf der Marienwarte vorübergehend eine Fliegerwache eingerichtet.

Die Aussichtsplattform der Marienwarte liegt auf 391,1 m ü. A., der den Turm abschließende Turmknauf bei 399,72 m ü. A. Von der Aussichtsplattform ist eine Aussicht über die Stadt Wels, auf die Traun-Ebene, die Alpen, den Hausruck und den Böhmerwald möglich. Seit 1942 ist die Stadt Wels Eigentümerin von über 4 ha Gesamtfläche des Reinbergs und der denkmalgeschützten Marienwarte. Im Jahre 1954 erfolgte die Beleuchtung bis zur Marienwarte.

Quelle und Fotos: Mgde. Thalheim (Nov. 2011), wikipedia.org (Nov 2011), Thalheimer Heimatbuch von Hans Neubauer (1988, S. 27-34)

Download: Artikel der Oberösterreichischen Nachrichten vom 28. Juli 2017 anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Errichtung (mit freundlicher Genehmigung der OÖN) OÖN Marienwarte-juli-2017.pdf

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