Wasserturm

Der Wasserturm wurde im Zuge der Errichtung des K.u.k. Kriegsgefangenenlagers im Jahr 1915 als Wasserreservoir erbaut und ist das Wahrzeichen von Marchtrenk. Der Turm ist 24 Meter hoch und hat ein so großes Wasservolumen, dass es 30.000 Menschen versorgen konnte.

Renovierung: Jahr 2001. Seit diesem Jahr befindet sich im Erdgeschoss des Turms der Museumsverein Marchtrenk, der eine Dauerausstellung über das Kriegsgefangenenlager gestaltete.
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Ergänzung aus der Website des Marchtrenker Museumvereins (3.2.2015) Beitrag von Erwin Prillinger:

Der Wasserturm ist das letzte, kriegsbedingt errichtete Gebäude in Oberösterreich aus dem Ersten Weltkrieg. Er wurde 1916 von der Firma Porr, Wien erbaut und diente der Wasserversorgung des großen Kriegsgefangenlagers, das ab 1914 in Marchtrenk, etwa zwischen Eichenstraße und Albrechtsraße gelegen, errichtet worden war.

Rund 35.000 Gefangene, überwiegend Italiener und Russen, wurden hier interniert. Dem Lager war ein 1000- Betten Lagerspital angeschlossen, in das auch erkrankte Gefangene aus anderen Lagern in Oberösterreich eingeliefert wurden. Es warwasserturmen vor allem Typhus und TBC an denen die Gefangenen erkrankt waren. Über 1600 Gefangene sind in Marchtrenk verstorben und haben am heutigen Kriegerfriedhof eine letzte Ruhe gefunden. Der Ausbruch von Seuchen konnte damals, es gab kaum Medikamente, nur durch hygienische Maßnahmen verhindert werden.

Deshalb wurde das große Lager mit einer zentralen Wasserversorgung und einer Kanalisation samt Klärschlammverbrennung ausgestattet. Bis auf den Turm ist von der einstigen Lagerstadt nahezu alles verschwunden.

Im Parterreraum hat der Museumsverein ein kleines Museum mit Schautafeln eingerichtet, das Auskunft über das große Kriegsgefangenlager, den Wasserturm und den Kriegerfriedhof Marchtrenk gibt. Besichtigungen können beim Stadtamt angemeldet werden.

Der Wasserturm aber ist im Laufe der Jahrzehnte zu einem Wahrzeichen Marchtrenks geworden. Auf Initiative des seinerzeitigen Obmanns DI Erwin Prillinger und seines Obmann-Stellvertreters Dr. Gerhard Hubmer sowie des Kultur-Stadtrates Reinhard Gantner konnte der Turm mit den Mitteln der Stadt mit einem neuen Dach samt Verblechungen versehen werden, sodass er vor dem Verfall bewahrt bleibt.

Foto: Stadt Marchtrenk (Nov 2011)

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