Stadtpfarrkirche


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Quelle: www.wels.at (digitaler Stadtführer, Nov 2011)
Fotos: de.wikipedia.org und Dekanat Wels Stadt (Anton Achleitner)

888-1300

Als älteste Kirche in Wels wird 888 eine königliche "capella" erstmals urkundlich erwähnt. Diese karolingische Anlage - der Vorläufer der heutigen Stadtpfarrkirche war ursprünglich eine kleine Saalkirche, die wohl schon einen Vorgängerbau besessen hat.

Im 13. Jahrhundert wurde der karolingische Bau zur Gänze abgebrochen, seine Langhausmauern eingeebnet und als Fundament für die Mittel- schiffpfeiler der nun errichteten romanischen Basilika verwendet. Die Kirche dürfte in dieser Zeit im Osten bis zum heute bestehenden Triumphbogen gereicht haben, und ihr drei- schiffiges, flach gedecktes Langhaus hatte auf jeder Seite vier Arkaden aus je drei Freipfeilern. Dieser Bauphase gehören auch Teile des bis heute erhaltene Westturms und das Westportal an.

Ende des 13. Jahrhunderts begann der gotische Umbau der Pfarrkirche. Auf den teilweise im Kern noch romanischen Pfeilern erhebt sich das vierjochige basilikale Langhaus mit frühgotischem Kreuzrippengewölbe.

Ursprünglich stand der Turm nach drei Seiten frei an der Westseite vor der Kirche und konnte nicht nur von Westen betreten werden, sondern auch von Norden und Süden. Erhalten geblieben ist nur das östliche, romanische Portal, welches in das Langhaus der Kirche führt. Es entstand innerhalb der beiden ersten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts. Das Stufenportal besitzt breit gelagerte Proportionen und ist mit Gewändesäulen und Archivoltenrundstäben ausgestaltet sowie mit reliefplastischen Verzierungen bereichert. Es handelt sich dabei sowohl um geometrische Muster als auch um figürliche Darstellungen.

In der Turmhalle sind Grabdenkmäler des Adelsgeschlechtes der Polheimer untergebracht. Das in den ersten beiden Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts entstandene Portal ist in seiner Ausgestaltung einzigartig in Oberösterreich. Vergleiche finden sich nur im bayerischen Raum. Der figürliche und geometrische Schmuck am Gewände sollte böse Geister abwehren.

Der nach 1315 errichtete zweijochige, lang gestreckte Chor mit seinem 5/8-Chorschluss überragt das Langhaus. Birnstabförmige Dienste führen ins Kreuzgewölbe. Die mit reichem Drei- und Vierpassmaßwerk ausgestalteten Fenster sind durch Stabwerk unterteilt und besitzen im Chorschluss die restlichen noch erhaltenen gotischen Glasgemälde aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

1300 - 1800

Der zweijochige Langchor schließt zeitlich an das Langhaus an und entstand nach 1315 noch in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Mit diesem Neubau erfolgte auch ein Patroziniumswechsel. An die Stelle des Johannes des Täufers, des ursprünglichen Kirchenpatrons, trat nun Johannes der Evangelist.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche nicht mehr entscheidend, aber doch in Einzelheiten verändert, vor allem im Bereich der Ausstattung und Ausgestaltung des Innenraumes. Zur Zeit des Barocks wurde der Westturm erhöht und mit einem Zwiebelhelm bekrönt sowie das westliche Hauptportal errichtet. Im Zuge der Barockisierung des Pfarrkirchenturmes wurde das Westportal neu gestaltet. Bezugnehmend auf ein Gelöbnis, welches 1713 aufgrund der rasch abgewandten Pest seitens der Stadt geleistet worden war, ist das Figurenprogramm am Portal den Pestheiligen Sebastian und Rochus gewidmet. Über dem Scheitel des Portalbogens kämpft der Erzengel Michael gegen das Böse.

Die vierjochigen Seitenschiffe stammen in ihrem Kern aus der gotischen Bauphase des frühen 14. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert wurden die Seitenwände beider Schiffe nach außen versetzt und somit die Strebepfeiler ins Kircheninnere gezogen.

Zuvor wurde bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Westen an jedes Seitenschiff eine Kapelle gefügt, die den ehemals an der Westfassade frei stehenden Turm nun seitlich begleiten. Deren Gewölbe sind 1888, ebenso wie einzelne Seitenschiffgewölbe, mit einfachen Kreuzrippen versehen worden. Ende des 19. Jahrhunderts wurden in die ehemals rundbogigen Fensteröffnungen der Seitenschiffwände spitz- bogige Maßwerkfenster eingesetzt.

Der in seinen unteren Geschossen romanische Westturm wurde 1730 1732 nach Plänen von Johann Michael Prunner erhöht und mit einem neuen Zwiebelhelm versehen. Von diesem Baumeister stammen auch die Pläne für das barocke Portal mit den Statuen der Heiligen Michael, Rochus und Sebastian, das zum Dank für die 1713 überstandene Pest errichtet wurde.

19. Jhdt

Im 19. Jahrhundert kam es zu entscheidenden Veränderungen mit dem Bestreben, der Kirche ihren ursprünglichen gotischen Charakter wiederzugeben. In den Jahren 1888 bis 1890 wurde die Kirche aus Anlass ihres urkundlich 1000-jährigen Bestehens im Inneren und Äußeren gründlich erneuert und durch Ausstattung, Zubauten und Normierungen im Sinne der Neugotik ihres allmählich gewordenen und abwechslungsreichen Zustandes beraubt. Bei der Restaurierung der Stadtpfarrkirche 1958 war eine teilweise Rückführung an die Original- substanz des Baues angestrebt worden.

Die heutigen Fassaden des Langhauses sind hauptsächlich durch die Regotisierung im 19. Jahrhundert geprägt. Die Dachstühle über den Seitenschiffen wurden erneuert und das Dach in Hoch- und Pultdach geschieden. Die dadurch im Hauptschiff gewonnenen Fenster sind mit Maßwerk ausgestaltet, ebenso wie die Fenster der Seitenschiffe. Die beiden Seiteneingänge wurde 1888 erweitert, die nördliche Sakristei und die Beichtkapelle im Süden vereinheitlicht. Der Chor erhebt sich merklich über die Dachzone des Mittelschiffes und wird außen nur durch die abgetreppten Strebepfeiler akzentuiert.

Das vierjochige Mittelschiff der Kirche wird bestimmt durch sechs mächtige, in ihrem Kern zum Teil romanische Pfeiler, die sich nach oben zu spitzbogigen Arkaden schließen und den Blick in die Seitenschiffe freigeben. Über den Pfeilern führen schlanke Halbsäulen, welche auf facettierten Konsolen aufsitzen, ins Gewölbe, wo sie in die Rippen des schlichten gotischen Kreuzrippengewölbes übergehen. Die Scheitelpunkte der Rippen werden durch einfache Schluss-Steine betont.

Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche neben einer neogotischen Ausstattung auch eine bunte neugotische Malerei. Diese wurde bei der Renovierung 1958 wieder entfernt.

Die halbblinden Hochschiff-Fenster mit Maßwerk wurden anlässlich der Restaurierung 1888 als Ersatz für die alten Rundbogenfenster und Oratorienfenster des Barocks eingefügt.

Heute

Das heutige Erscheinungsbild der Kirche wird bestimmt durch den barockisierten Westturm, das regotisierte Langhaus und den in seiner Höhe das Mittelschiff überragende Chor. Dieser als Langchor bezeichnete Typus ist unter dem Einfluss der Bettelorden entstanden, die in Wels durch die Minoriten vertreten waren.

Quelle: www.wels.at (digitaler Stadtführer, Nov 2011)
Fotos: de.wikipedia.org und Dekanat Wels Stadt (Anton Achleitner)

Stadtplatz 31, 4600 Wels

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